„Oft ist unsere Rolle, die richtigen Fragen zu stellen und so Veränderungsprozesse anzustoßen.“
Verena, Michelle und Ute sind seit Herbst 2024 drei von sieben Community Leads der WoMen Community bei Materna und berichten über ihre Arbeit und die Ziele der Community.
Was steckt hinter der WoMen Community und welche Ziele verfolgt ihr?
Michelle: Unsere Community wurde 2023 von einer Kollegin und unserem Vorstand Uwe Scariot als Sponsor ins Leben gerufen. Ein zentrales Ziel ist es, die bereits bestehenden Angebote für Frauen bei Materna sichtbarer zu machen und gleichzeitig zu verstehen, warum Frauen seltener Führungspositionen übernehmen. Daraus wollen wir Maßnahmen ableiten, um Veränderungen anzustoßen und die Attraktivität des Unternehmens für Frauen zu steigern. Neben diesen strategischen Zielen stehen Netzwerken und der Austausch über relevante Themen im Fokus. Unsere Community ist offen für alle Geschlechter – das betont auch das große „M“ in unserem Namen.
Wie unterstützt Materna euch in eurer Arbeit?
Verena: Vor allem durch den regelmäßigen Austausch mit Entscheider:innen, wie etwa aus dem Bereich People & Culture und unserem Vorstand. Wir bringen Themen aus der Community ein, geben Impulse und spiegeln Wahrnehmungen zurück. Idealerweise ergeben sich daraus Maßnahmen zur Lösung der Themen.
Michelle: Ein Beispiel. Wir haben unter anderem dazu gesprochen, wie Mitarbeitende weiter gefördert werden können, die sich auf eine Führungsposition beworben haben, aber nicht ausgewählt wurden – weil zum Zeitpunkt andere Kolleg:innen für diese Rolle etwas stärker überzeugt haben. Solche und ähnliche Themen greifen wir im Dialog mit Entscheider:innen auf und regen an, Prozesse zu überdenken, damit Potenziale nicht verloren gehen.
Ute: Oft ist unsere Rolle, die richtigen Fragen zu stellen und so Veränderungsprozesse anzustoßen. Schon allein durch diese Impulse kommt vieles ins Rollen, weil es das Bewusstsein für Verbesserungsmöglichkeiten schärft. Und da hören uns die relevanten Gesprächspartner:innen gerne an.
Welche Fortschritte seht ihr seit Gründung der Community und welche Maßnahmen habt ihr bereits umgesetzt?
Verena: Da es uns noch nicht lange gibt, sind viele Initiativen noch im Aufbau. Ein wichtiger Meilenstein war zu Beginn die Entwicklung des Mentoring-Programms. Das ist inzwischen aus der Community ausgegliedert und im Bereich People & Culture verankert. Unser Fokus liegt aktuell darauf, die Community weiter mit Leben zu füllen, Netzwerke zu stärken und einen offenen Austausch zu fördern. Dafür gibt es Standorttreffen, um Kolleg:innen persönlich zusammenzubringen, sowie offene Formate wie einen Lunch Talk, bei dem sich Mitarbeitende in lockerer Atmosphäre kennenlernen können.
Ute: Damit möchten wir nicht nur Frauen sichtbarer machen, sondern auch den Peer-to-Peer-Support im Unternehmen etablieren. Wir wollen einen Raum schaffen, in dem Menschen vertrauensvoll über Herausforderungen sprechen und sich gegenseitig unterstützen.
Peer-to-Peer-Support, Kolleg:innen – Wie ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern in der Community und wer ist bei euch willkommen?
Michelle: Anfangs waren beim Mentoring-Programm mehr Männer beteiligt. Aktuell sind mehr Frauen aktiv, vor allem bei Organisationsthemen. Männer bringen sich zunehmend mit ein und sehen die Community als wertvollen Austauschraum. Uns ist wichtig, dass jede:r zur Sichtbarkeit und Förderung von Diversität beitragen kann.
Verena: Unsere Community ist offen für alle, die sich engagieren möchten. Wir wollen weniger sichtbare Gruppen in unserer männerdominierten Branche stärker hervorheben. Dazu gehören neben Frauen z.B. auch Transgender und Personen, die sich keinem Geschlecht zuordnen.
Was treibt euch in der Community-Arbeit an? Warum engagiert ihr euch?
Verena: Veränderung! Meine Motivation ist, Frauen sichtbarer zu machen, ihnen eine Stimme zu geben und einen Raum zu schaffen, in dem sie sich trauen, sich selbstbewusst zu zeigen. Gleichzeitig bietet die Community einen geschützten Raum, einen Safe Space, in dem man offen über Herausforderungen sprechen kann – nicht jede:r geht direkt zur Führungskraft oder zu People & Culture.
Michelle: Für mich ist das Wort „Sprachrohr“ zentral. Wir bekommen im Austausch viel mit: Was Menschen bewegt, was sie brauchen. Oft kommt es allerdings nicht dort an, wo es Veränderung bewirken könnte. Genau das können wir als Community leisten. Wir haben die Aufmerksamkeit der Führungsebenen und können wichtige Themen gezielt platzieren.
Ute: Und „Zuhören“ ist unglaublich wichtig. Das geht oft im Tagesgeschäft unter. Zufriedene Mitarbeitende sind motivierter und erfolgreicher. Vielleicht ist das in diesem Kontext genau richtig, weil Faktoren wie emotionale Intelligenz immer wichtiger werden.
Habt ihr persönlich auch von der Teilhabe an der Community profitiert?
Michelle: Absolut! Man baut sich ein riesiges Netzwerk auf, über die eigene Abteilung hinaus. Durch die Community lernt man Kolleg:innen kennen, mit denen man sonst nie in Kontakt gekommen wäre, einfach weil sie in ganz anderen Bereichen arbeiten. Das erweitert den eigenen Blick enorm, weil man plötzlich andere Perspektiven und Lösungen für gemeinsame Herausforderungen sieht. Und manchmal hilft es schon, einfach mit jemandem zu sprechen, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder eine neue Sichtweise einbringt – das gibt Halt und neue Impulse.
Habt ihr eine Botschaft an Frauen, die eine Karriere bei Materna machen wollen?
Verena: Auf jeden Fall. Einfach machen! Nicht zu lange grübeln, ob man wirklich jede Anforderung erfüllt, sondern sich einfach bewerben. Im schlimmsten Fall klappt es nicht – aber dann hat man etwas gelernt und vielleicht neue Möglichkeiten entdeckt. Im Gespräch kann sich eine neue, spannende Stelle ergeben, an die man selbst nicht gedacht hatte oder die das Unternehmen noch gar nicht ausgeschrieben hat. Es lohnt sich also, mit dem Unternehmen in Kontakt zu treten und offen zu bleiben.
Ute: Und was uns besonders wichtig ist – bei Materna kannst du wirklich etwas bewegen. Während andere Unternehmen Diversity-Programme zurückfahren, setzen wir verstärkt darauf. Jede neue Person bringt wertvolle Perspektiven und Ideen mit, von denen wir als Unternehmen nur profitieren können.