„Jeder einzelne kann in den Projekten viel bewegen und sein Wissen jederzeit einbringen.“
Wie man als Student der Medizinischen Informatik zu Materna kommt, und was man dann für Aufgaben lösen kann, hat Philipp unserer Online-Redaktion erzählt.
Du hast Medizinische Informatik studiert. Was unterscheidet den Studiengang von anderen Informatik-Studiengängen?
Der medizinische Anteil im Studium ist sehr groß. Es ist schön, dass wir Vorlesungen bei normalen Medizinprofessor:innen hatten, um ein Gespür für Menschen aus dem medizinischen Sektor zu bekommen. Vieles im Studium waren Schnittstellenfächer, wie zum Beispiel medizinische Bildgebung oder Virtual Reality in der Medizin. Dafür sind dann einige Aspekte der Informatik weggefallen – beispielsweise Betriebssysteme. Ein weiterer positiver Punkt für diesen Fachbereich ist auch, dass der Frauen-Anteil höher ist. Das ist in der Informatik generell ja sonst leider weniger ausgeprägt.
In deiner Masterarbeit ging es um Digitalisierung von Hausarztpraxen. Wie bist du auf dieses Thema gekommen und womit genau hast du dich beschäftigt?
Bevor ich damals meine Masterarbeit geschrieben habe, habe ich ein sechsmonatiges Praktikum an einem anderen Institut der Uni absolviert, bei dem ich mich sehr stark mit Telemedizin beschäftigt habe. Ein Aspekt dabei ist, dass die medizinische Versorgung auf dem Land etwas schlechter ist, aber dort viele ältere Menschen wohnen. Ich habe also Möglichkeiten untersucht, wie Ärzt:innen den Patient:innen helfen können, ohne selbst vor Ort zu sein, zum Beispiel über Videokonferenzen. Aus dem Praktikum heraus habe ich mich dann mit anderen Menschen aus diesem Forschungsgebiet vernetzt und die Idee für meine Masterarbeit entwickelt. Im Fokus stand die Dokumentation im medizinischen Bereich, da viele Anliegen noch analog dokumentiert werden. Ich habe mir also überlegt, wie eine sprachgesteuerte Dokumentation funktionieren würde. Das sollte zu einer einfacheren Textverarbeitung führen, da beispielsweise mit einem kurzen Sprachbefehl ganze Textbausteine eingeführt werden können. Die Idee ist im Endeffekt eher durchwachsen angekommen. Digitalisierung gilt im Gesundheitswesen noch als Risiko, weil befürchtet wird, dass die Menschlichkeit in den Hintergrund rückt.
Wie bist du nach dem Studium bei Materna gelandet?
Anfangs habe ich mich noch deutschlandweit beworben, mich dann aber auf den norddeutschen Bereich festgelegt. Ich konnte zwischen mehreren Stellen auswählen, aber Materna hatte das attraktivste Angebot. Nun arbeite ich bei Materna in Hamburg und pendle zwischen meinem Wohnort Lübeck und Hamburg. Das ist aber kein Problem, da ich die Zugfahrt auch zum Arbeiten nutzen kann.
Was genau machst du in deinem Job bei Materna?
Ich habe als Trainee IT-Consulting und -Entwicklung begonnen. Das Programm war super, hat mich aber leider nicht so gut auf meinen darauffolgenden Arbeitsalltag vorbereitet. Das ist aber nicht schlimm, weil es auch so gut klappt. Eins meiner ersten Projekte damals war die Beratung eines Kunden, der ein Rückenpräventionszentrum neu aufbauen wollte. Beispielsweise mussten medizinische Hardware und Software-Produkte ausgewählt werden. Als Schnittstelle zum Kunden kann ich dabei sehr gut mein medizinisches und dokumentarisches Wissen mit einbringen. Es gerät etwas in Vergessenheit, dass ich eigentlich als Software-Entwickler eingestellt wurde, aber die Arbeit jetzt ist auch toll!
Was gefällt dir bei Materna besonders gut?
Die offene Kultur! Mitarbeiter:innen bekommen flexible Möglichkeiten. Es gibt sehr viele unterschiedliche Projekte, und mit etwas Eigeninitiative arbeitet man auch in genau den Projekten, die einen interessieren. Ich habe noch nie gehört, dass Kolleg:innen einfach in ein Projekt gesteckt wurden. Jede:r einzelne kann in den Projekten viel bewegen, und Wissen jederzeit einbringen. Außerdem reden alle Mitarbeiter:innen offen miteinander, egal ob bei Problemen oder positivem Feedback. Die Duz-Kultur fand ich anfangs etwas merkwürdig, weil ich es eigentlich super finde, in der deutschen Sprache siezen zu können. Aber mittlerweile finde ich es doch gut, dass wir uns alle duzen. Wir rücken dadurch näher zusammen.
Deine Tätigkeit in drei Worten.
Recherchieren, analysieren, kommunizieren.